
Die richtige Babykleidung auszuwählen, ist für viele werdende Eltern zunächst gar nicht so einfach. Es gibt unzählige süße Teile, doch im Alltag zeigt sich schnell: Nicht alles ist praktisch oder wirklich notwendig. In diesem Guide erfährst du, welche Kleidung sinnvoll ist, wie du Fehlkäufe vermeidest und wie du dein Baby richtig anziehst.
Welche Kleidung brauche ich am Anfang?
Für die Erstausstattung brauchst du Kleidung in Größe 50-56. Am wichtigsten sind dabei folgende Teile:
☐ 6–8 Langarm-Bodys
☐ 4–6 Strampler oder Hosen
☐ 4-6 Langarmshirts
☐ 2–3 Schlafanzüge
☐ 2 Mützchen (Sommer) oder Wollmützen (Winter)
☐ 4-5 Söckchen (Sommer) oder 3 Strumpfhosen (Winter)
☐ 3-4 Kurzarm-Bodys (Sommer) oder 2 Wickeljäckchen/Pullis (Winter)
☐ 1 Baumwolljacke (Sommer) oder Woll-/Walk-Overall (Frühling/Herbst) oder Schneeanzug (Winter)
Was muss ich beim Kleidungskauf beachten?
Klar gibt es mal Klamotten oder Accessoires, die du für ein süßes Foto kaufst. Die meiste Zeit ist dir aber vor allem eines wichtig: Dass sich dein Kind so geborgen wie möglich fühlt. Kleidung sollte deshalb vor allem weich, bequem und funktional sein.
In den ersten Monaten verbringt dein Baby die meiste Zeit im Liegen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Kleidung im Nacken- und Rückenbereich weich ist und nicht drückt oder stört.
Gleichzeitig sind Babys selten ganz still – sie strampeln viel und auch beim Anziehen braucht es oft etwas Geduld. Umso hilfreicher ist es, Kleidung zu wählen, die gut sitzt, nicht verrutscht und sich möglichst einfach an- und ausziehen lässt
- Keine Kapuzen, da sie im Liegen stören können
- Keine Kopfbedeckungen, die im Liegen verrutschen
- Nicht zu viele oder zu friemelige Knöpfe
- Keine zu engen Hosen (damit der Windelpopo hinein passt)
- Lieber Wickeljacken statt Jacken mit Reißverschluss oder Knöpfen
Auch die Wahl des Materials spielt eine große Rolle. Die Haut deines Babys ist sehr empfindlich und reagiert schnell auf ungeeignete Stoffe. Kleidung sollte sich daher weich und angenehm anfühlen. Gleichzeitig wird sie häufig gewaschen – oft mit mildem Waschmittel ohne Weichspüler. Deshalb ist es wichtig, dass die Materialien pflegeleicht und alltagstauglich sind.
- Am besten weiche, glatte Stoffe wie Baumwolle
- Keine kratzigen Materialien (z. B. Jeans, Plissee, Glitzer oder Tüll)
- Keine Stoffe, die nicht problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden können
- Keine Niki-Stoffe (sie fühlen sich zunächst weich an, werden nach dem Waschen aber oft hart)
Wenn du unsicher bist: Stell dir immer die Frage, ob du dich in dieser Kleidung selbst den ganzen Tag liegend wohlfühlen würdest
Welche Größe sollte ich kaufen?
Babykleidung wird nach Körpergröße sortiert. Ein durchschnittliches Baby wird mit Größe 50 starten, aber schon nach wenigen Tagen bis zwei Wochen daraus rausgewachsen sein. Da die Größenunterschiede aber nicht so extrem sind, kannst du einfach größere Kleidung wählen und diese umschlagen. Kaufe daher am besten einige wenige Teile in Größe 50 und mehr Vorrat in Größe 56-62.
- Größe 44 -> Frühchen
- Größe 50 → Neugeborene
- Größe 56 → 0–2 Monate
- Größe 62 → 2–3 Monate
Mützen kannst du in Größe 35-37 (1.Monat) sowie 38-40 (2.-4. Monat) kaufen.
Welche Kleidung ist besser?
Hose oder Strampler
Strampler (=Latzhosen mit Füßen) verrutschen weniger, halten den Bauch schön warm und engen den Bauch nicht ein. Hosen hingegen sind leichter zum Ausziehen beim Wickeln. Zudem wächst dein Baby aus Stramplern schneller heraus, da es mit den Füßen anstößt, und manche Babys mögen den Druck gegen die Füße nicht. Kaufe am besten etwas von jeder Sorte und probiere aus, womit Du und Dein Baby besser zurecht kommen.
Wickelbody oder Schlupfbody
Wickelbodys sind gerade in den ersten Wochen deutlich angenehmer. Du musst sie nicht über den empfindlichen Kopf deines Babys ziehen, sondern kannst sie sanft anlegen und über die Arme schließen. Sobald dein Baby etwas stabiler ist, werden Schlupfbodys im Alltag oft praktischer, da sie mit weniger Knöpfen auskommen und schneller angezogen sind.
Extra-Tipp bei ausgelaufenen Windeln: Schlupfbodys, die sich über Kopf anziehen lassen, lassen sich auch über die Schultern nach unten ausziehen. So vermeidest du es, den Schmutz über den Kopf zu ziehen.
Socken oder Strumpfhosen
Socken gehen im Alltag erstaunlich oft verloren und werden schnell abgestreift. Strumpfhosen sitzen dagegen sicher, halten die Beinchen warm und verrutschen nicht so leicht. Je nach Temperatur sind aber Socken dennoch die bessere Wahl, da Strumpfhosen zusammen mit Hosen zu warm werden können
Jacke oder Overall
Für draußen ist ein Overall oft die bessere Wahl, da er den ganzen Körper gleichmäßig warm hält und nichts hochrutscht. Warme Jacken können sich beim Tragen oder im Kinderwagen schnell verschieben und schützen nicht die Beine. Wähle daher für kalte Temperaturen einen Overall und erst ab ca. 15°C eine Strickjacke.
Wie ziehe ich mein Baby an?
Als Grundregel gilt: Arbeite nach dem Zwiebelprinzip und ziehe deinem Baby ungefähr eine Schicht mehr an als dir selbst.
Indoor
- Unter 18°C: Langarmbody, Hose, Strumpfhose, Pullover/Strickjacke, dicke Socken
- 18-24°C: Langarmbody, Hose, Leichtes Sweatshirt, dünne Socken
- Ab 25°C: Kurzarmbody, ggf. Dünne Hose
Outdoor
- Unter 10°C: Langarmbody, Hose, Strumpfhose, Pullover/Strickjacke, dicke Socken, Schneeanzug/Wollwalk (mit Handüberziehern oder Handschuhen), dicke Mütze
- 10-15°C: Langarmbody, Hose, Strumpfhose, Sweatshirt oder Pullover, dicke Socken, dicke Mütze, dünnerer Wollwalk
- 15-18°C: Langarmbody, Hose, Strumpfhose, Sweatshirt, Strickjacke, dicke Socken, leichte Mütze
- 18-24°C: Langarmbody, Leichtes Sweatshirt, dünne Hose, dünne Socken, leichte Mütze
- Ab 25°C: Body, dünne Hose, dünne Socken, leichte Mütze
Erfahre hier, wie du Dein Baby zum Schlafen, im Kinderwagen, und in der Babytrage richtig kleidest.
Wann ist mein Baby zu kalt /zu warm angezogen?
Die Körpertemperatur von Babys kann sich schnell ändern. Lege daher regelmäßig 2-3 Finger auf den Nacken deines Babys und fühle die Temperatur:
- Angenehm warm und trocken: Deinem Baby geht es gut, die Temperatur ist passend.
- Verschwitzt oder feucht: Dein Baby ist zu warm angezogen oder die Raumtemperatur ist zu hoch.
- Kühl im Nacken: Deinem Baby könnte kalt sein und es braucht eine zusätzliche Schicht.
Welche Kleidung brauche ich am Anfang nicht?
- T-Shirts: Wenn es warm genug für kurze Ärmel ist, reicht ein Body völlig aus. Ziehst du hier zusätzlich ein T-Shirt an, wird es oft zu warm. Ohne Body wiederum rutscht das T-Shirt beim Liegen schnell hoch, sodass der Bauch frei liegt. Tshirts sind erst sinnvoll bei Babys, die schon laufen.
- Dicke Pullover: Mit einem Neugeborenen wirst du dich sehr wahrscheinlich ständig in wohltemperierten Räumen aufhalten. Sollte es doch mal kälter werden, ist es besser mehrere dünne Schichten zu kombinieren, z.B. einen leichten Pullover oder eine Wickeljacke, damit du bei Überhitzung schnell Schichten entfernen kannst.
- Sabberlätzchen: Dies sind kleine, dreieckige Tücher, die du bei deinem Baby um den Hals bindest, damit der Hals nicht so nass wird. Aber ganz ehrlich: Neugeborene spucken mit so viel Schwall, das das selten nur auf so einem Lätzchen landet. Wirklich praktisch werden diese Tücher erst später, wenn dein Baby zahnt und vermehrt speichelt.
- Handschuhe: Handschuhe sind für Neugeborene in den meisten Fällen nicht notwendig. Fast alle Overalls haben bereits integrierte Umschlagbündchen an den Ärmeln, die du einfach über die kleinen Hände ziehen kannst. So bleiben sie warm, ohne dass etwas verrutscht oder verloren geht.
- Sonnenhut: In den ersten Monaten solltest du dich mit deinem Baby nur im Schatten aufhalten. Da dein Baby noch viel liegt, würde ein Sonnenhut ohnehin nur wegrutschen. Ein leichtes Baumwollmützchen ist hier die bessere Wahl, da es gut sitzt und gleichzeitig vor Wind schützt.
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